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MalGrund.

Die Farbe Schwarz habe ich früher manchmal, in jüngerer Zeit nur noch ganz selten für meine Bilder verwendet. Schwarz erscheint ja immer erstmal ein wenig bedrohlich, so kam es mir zumindest lange vor.

Manchmal träume ich nachts von Farben und in Farben, und so träumte ich neulich von einem wunderbaren, freundlichen, fast eleganten Schwarz.

Am Tag drauf entstand dieses Bild im Atelier, es wollte sozusagen entstehen, ich musste es nur noch auf die Leinwand bringen. Ein Bild, das für mich tiefe Ruhe ausstrahlt und durch das Grün eine gewisse Heiterkeit und Zuversicht bekommt.

Ich wundere mich manchmal selber, wie die Kunst manchmal so entsteht, aus einem Moment heraus, oder, wie in diesem Fall, im nächtlichen Traum.

Der Charme der Nacht Öl/Leinwand 120×100 cm, 2017

 

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Aus dem Atelier.

Beim Stöbern in alten Unterlagen bin ich wieder einmal auf einen dieser Briefe gestossen, die ich ab und zu bekomme. Von Menschen, die bei mir ein Bild gekauft haben und mit ihm eine fast innige Beziehung eingehen. So etwas freut mich als Künstler natürlich besonders, und auch diesen Brief möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

„Sonnengedicht“, ein schöner Titel, mit dem ich allerdings mehr Gelb verbinden würde. Das intensive Rot wirkt kraftvoll, sinnlich und vitalisierend und könnte in Verbindung mit dem Schwarz durchaus eine fast bedrohliche Dimension an­nehmen.

Das helle Gelb in der Bildmitte allerdings leuchtet dagegen an und bringt Leichtigkeit und Fröhlichkeit hinein. Die Linien, an denen sich die Bewegung bricht, sind wie eine Ordnung, die sich dem Chaos ergibt oder auch entgegen­stellt. Je nach Lichteinfall glänzen die Pinsel­striche auf, gewichten eine Unruhe. Ich wechsle dann manchmal die Seite, um dieser kochenden Leidenschaft zu entgehen.

Für mich wallt und pulsiert in diesem Gemälde die Heilige Geist­kraft. Sie ist nicht zu bändigen, als liebende, gute, leidenschaftliche Kraft Gottes. Sie entzieht sich menschlicher Katego­risierung und ist (schon) immer da, auch wenn wir sie nicht wahrnehmen können. Obwohl die Farben laut und intensiv sind, kommen sie ebenso sanft und zart herüber. Auch die Frage nach Ordnung und Chaos stellt sich nicht für sie. Sie überwindet Gegensätze.

Kennst Du den Ronjaräubertochter-Frühlings­schrei, genauso ist dieses Bild! Manch­­­mal habe ich meine reine Freude an diesem wolkigen Toben, manchmal, an meinen schwachen Tagen, ahne ich, dass sie da sein muss, auch wenn ich sie gerade nicht spüren kann. Du siehst, lieber Künstler, dass ich beschenkt bin und dass du ein Brückenbauer bist…

Renate B., 2016

 

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MalGrund.

Die „Ruhe“ dauerte nicht lange. Mit leuchtenden Farben kehrte malerische Kraft zurück. „Glücksstufen” ist eine Weiterentwicklung meiner „Stufenbilder“ auf vier Ebenen. Auch in diesem Fall habe ich wieder mit zusätzlichen Holzleisten mehrere Rahmen in verschiedener Größe quasi aufeinandergesetzt, um den Stufeneffekt zu erzielen. Ich finde es sehr spannend, was durch diese Konstruktion an neuer, ganz ungeahnter Räumlichkeit entsteht.

Dass das Bild dadurch viermal so schwer ist wie ein „normales“ Bild mit normalem Keilrahmen, damit muss ich erstnoch umzugehen lernen…. Aber wozu gibt es starke Dübel in einer starken Wand?

Glücksstufen, Öl/leinwand/Stufenbild VII, 66×78 cm, 2017